Betreff
Ergänzende Beschriftung der Bushaltestellen – Vorstellung der Varianten
Vorlage
SCHÖN/BV/1221/2026
Art
Beschlussvorlage

Sachverhalt:

In der Gemeinde Schönberg wurde im Bau- und Verkehrsausschuss nach einer Diskussion über die Unübersichtlichkeit bei der Erkennung der Fahrtrichtungen bei den Bushaltestellen, insbesondere für Ortsunkundige oder Urlauber, beschlossen durch den Tourist-Service der Gemeinde prüfen zu lassen, sämtliche Haltestellen mit Beschriftungen oder Richtungspfeilen zu versehen, um die Orientierung für alle Fahrgäste zu verbessern.

Das Ergebnis der Untersuchung:

  1. Bushaltestellenstruktur in Schönberg

Das Liniennetz in Schönberg ist verhältnismäßig komplex: An manchen Haltestellen verkehren bis zu neun unterschiedliche Buslinien. Dies stellt potenziell hohe Anforderungen an eine klare und zugleich übersichtliche Beschriftung, um Verwirrung bei Fahrgästen zu vermeiden.

  1. Technische und organisatorische Einschränkungen

Die konkrete Umsetzung einer Beschriftung der Haltestellen stößt in Schönberg auf vielfältige Einschränkungen:

             Fehlende Infrastruktur: Neun Bushaltestellen verfügen über keine Wartehäuschen, was eine direkte Anbringung von Schildern oder Aufklebern unmöglich macht.

             Verbot durch VKP: An den offiziellen VKP-Haltestellenschildern dürfen keine zusätzlichen Elemente installiert oder angebracht werden.

             Ungeeignetes Material: Sechs weitere Haltestellen bestehen aus gewelltem Metall. Die Anbringung von Aufklebern ist auf dieser Oberfläche nicht möglich, hier müssten individuell gefertigte Schilder angeschraubt werden.

             Spezialanfertigung notwendig: Die verbleibenden 19 Haltestellen müssten mit individuell gestalteten und zugeschnittenen Plottfolien versehen werden. Eine Standardlösung ist aufgrund der unterschiedlichen Linienführungen nicht realisierbar.

  1. Arbeits- und Kostenaufwand

Die Maßnahme erfordert einen erheblichen personellen und finanziellen Aufwand, der detailliert wie folgt aufzuschlüsseln ist:

a)       Gestaltung der Aufkleber: ca. 6 Stunden Arbeitszeit, um die individuellen Routenpläne und Pfeile für alle betroffenen Haltestellen zu entwerfen.

b)      Produktionskosten: Die Herstellungskosten für einen wetterfesten, haltbaren Aufkleber liegen bei mindestens 100 € pro Stück.

c)       Installationskosten: Die Anbringung muss durch spezialisierte Firmen erfolgen. Pro Haltestelle ist mit mindestens 2 Stunden Arbeitszeit à 100 € zu rechnen, zuzüglich Anfahrtskosten.

d)      Sonderlösungen: An den Haltestellen mit gewelltem Metall wären Sonderanfertigungen von Schildern notwendig, was zusätzliche Produktions- und Montagekosten verursacht.

e)      Zukunftsfaktor: Bei der Einführung neuer Linien, dem Versetzen von Haltestellen oder dem Bau neuer Wartehäuschen müsste der gesamte Beschriftungsaufwand erneut durchlaufen werden. Die Maßnahme ist somit nicht nachhaltig wartungsarm.

f)        Die Umsetzung einer flächendeckenden Beschriftung würde bei mindestens 34 Haltestellen (9 ohne Häuschen, 6 mit Metallstruktur, 19 regulär beklebbare) einen erheblichen logistischen und finanziellen Aufwand bedeuten. Allein bei konservativer Schätzung belaufen sich die reinen Kosten auf:

+ Gestaltung: 6 Std. x 100 € = 600 €

+ Produktion: 34 x 100 € = 3.400 €

+ Installation: 34 x 2 Std. x 100 € = 6.800 € (zzgl. Anfahrt)

= Gesamtkosten: ca. 10.800 € (ohne Sonderanfertigungen und Folgekosten)

Zu berücksichtigen sei in diesem Zusammenhang auch der langfristige Pflegeaufwand, etwa durch mögliche Linienänderungen wie z.B. durch das neue Bus-Schiene-Konzept des Kreises Plön. Auch ist durch Veränderungen oder Vandalismus bei den Haltestellen ein kontinuierlicher Kosten- und Organisationsaufwand zu berücksichtigen.

Kritisch zu betrachten ist dabei zudem, je nach Haltestelle, wie übersichtlich eine Beschriftung möglich sein soll, wenn einzelne Haltestellen mehrere Linien mit unterschiedlichen Richtungen bedienen. Richtungspfeile ohne Kontext (z. B. Fahrpläne oder Zielangaben) könnten dann eher zu Verwirrung als zu Klarheit beitragen, insbesondere bei der angedachten Zielgruppe der Pendler, Touristen oder Schülergruppen.

  1. Fazit

Eine flächendeckende Beschriftung aller Bushaltestellen in Schönberg erscheint unter den aktuellen infrastrukturellen Bedingungen nicht verhältnismäßig bzw. sinnvoll darstellbar. Zu überlegen wäre, einzelne aus Perspektive der Politik besondere Standorte auszuwählen, um dort exemplarisch eine entsprechende Beschriftung vorzunehmen und beim barrierefreien Umbau der Haltestellen und der Erstellung der neuen Buswartehäuser eine solche Beschriftung zu prüfen und ggf. umzusetzen – vorausgesetzt, dass durch das zukünftige Bus-Schiene-Konzept keine Linien bzw. Richtungsveränderungen zu erwarten sind.  So wäre unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen ein sukzessiver Ausbau der Beschriftungen umsetzbar.